Erlebnisreiche Wanderungen im Banff Nationalpark.

Banff hat eine optimale Ausgangslage zu zahlreichen Wanderwegen. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei, egal ob ambitionierter Sportler oder Gelegenheitswanderer. Zwei markante Berge prägen die unmittelbare Umgebung von Banff: Mount Rundle (2948 m) und Cascade Mountain (2998 m).

Um einen optimalen Blick auf den Cascade Mountain zu haben, wurde bei der Stadtplanung explizit darauf geachtet, dass der Fokus der ankommenden Reisenden auf der Banff Avenue genau auf diesen schönen Berg gerichtet ist. So konnte ich auch nicht lange warten, diesen Berggipfel zu erklimmen.

Cascade Mountain:

Am frühen Morgen ging es dann mit dem kostenlosen Shuttle Bus zum nahegelegenen Mount Norquay Parkplatz. Hier starten die Wanderwege Richtung Bergspitze. Zunächst führt der Pfad durch dichten Nadelwald.

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Ausgangspunkt zum Cascade Mountain.

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Mittagspause.

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Ein amerikanisches Pika oder auch Pfeifhase genannt.

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Der Weg windet sich mit allmählich steigender Hangneigung durch den Wald, bis man zum sogenannten Amphitheater gelangt.

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Das durch die Natur erschaffene Amphitheater: herrliche Strukturen im Fels.

Am Amphitheater beginnt dann der eigentliche Aufstieg zum Cascade Gipfel, wobei man teilweise auf dem Bergkamm entlangwandert. Schnee und Eis sind hier die einschränkenden Variablen, wenn man ohne Steigeisen unterwegs ist. Bis Mitte Juli kann hier mit Schnee bzw. vereisten Wegen gerechnet werden. Informationen über die Wegkonditionen kann man sich jederzeit von der Nationalparkbehörde oder der kanadischen Bergsteigervereinigung holen.

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Postkartenmotive am Aufstieg.

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Der erste Anstieg ist geschafft. Nur noch in der Ferne ist der Wald zu sehen.

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Weiter geht es über Geröllfelder. Etwas anspruchsvolleres Terrain als auf den üblichen Waldwegen.

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Der Gipfel rückt in greifbare Nähe.

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Endlich geschafft. Ein herrlicher Überblick über zahlreiche Gipfel der Rocky Mountains.

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Alles wirkt so winzig von hier oben. Auf der gegenüberliegenden Seite ragt Mount Rundle empor.

Aftonroe-Klettertour:

In den nächsten Tagen hatte ich mich dann mit Jirka zum Klettern verabredet, meinem guten Freund und Arbeitskollegen aus der schönen Tschechischen Republik. Es sollte meine erste Multipitch-Klettertour werden, d.h. eine Kletterroute mit mehreren Seillängen. Auf ging es gleich nach der Arbeit zur sogenannten Aftonroe-Route. Insgesamt galt es an diesem Tag 220 m vertikalen Fels zu bewältigen.

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Zunächst musste der Felsen noch etwas erwandert werden.

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Die erste Seillänge ist geschafft.

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Sehr guter griffiger Felsen, bei dem man optimale Haftung hat.

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Die Aussicht genießen.

 

Meine erste Multipitchbegehung war eine tolle Erfahrung für mich und mit Jirka hatte ich einen sehr routinierten Kletterer an meiner Seite. So hat er schon viele Kletterrouten weltweit absolviert.

Wandern am Lake Louise

Lake Louise ist einer der berühmtesten Seen in den Rocky Mountains und ist nach Prinzessin Louise Caroline Alberta benannt, einer Tochter von Königin Victoria. Passend zu dem königlichen Namen wird der See vom Victoria Gletscher gespeist, der vom Mount Victoria hinuntergleitet. Zu diesem Gletscher sollte es an diesem Tag gehen, zusammen mit Masahiro aus Japan und Yongsung aus Südkorea.

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Lake Louise.

Um den Gletscher zur erreichen geht es zunächst auf den „Plain of Six Glaciers“ Hiking Trail, entlang an einer einzigartigen Kulisse aus schroffen Felsen, Schnee und Eis.

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Lawinenfeld

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Wunderschöne Berglandschaften.

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Der Victoria Gletscher.

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Das Schmelzwasser bildet überall kleine Wasserfälle.

Für den Rückweg hatten wir uns entschieden, über den sogenannten Big Beehive Aussichtspunkt zum Agnes und dann weiter zum Mirror Lake zu wandern. Hier hat man einen super Überblick über die Lake Louise Region.

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Aussicht vom Big Beehive.

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Das Schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium) bildet hier wunderschöne pinke Wiesenteppiche.

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Lake Agnes. Farbenspiel im Wasser.

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Mirror Lake.

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Andere Seite vom Lake Louise, im Hintergrund ist das Luxushotel Fairmont Chateu zu sehen.

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Der Andrang auf die kostenlosen Shuttlebusse ist groß.

Wieder einmal ein gelungener Wandertag!

 

 

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Unterwegs in den Rocky Mountains im Jasper und Banff Nationalpark

Von Barriereˋ ging es kurz nach Mitternacht per Greyhound-Nachtbus in 6 h nach Jasper. Erholsamer Schlaf ist was anderes, aber abgesehen davon ist es die günstigste Methode, um ohne eigenes Auto an das gewünschte Ziel zu kommen.

Das heutige Jasper wurde im Jahr 1813 gegründet und ist aus einem ehemaligen Fellhandels-Außenposten hervorgegangen. Der Jasper Nationalpark wurde 1907 ausgerufen und ist der größte Gebirgs-Nationalpark in den kanadischen Rocky’s. Über 2 Millionen Besucher kommen jährlich in die Region, um die einzigartige Berglandschaft zu erkunden. Das merkt man auch, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Alle Parkplätze sind voll belegt mit diversen Wohnmobilen und die kleine Innenstadt erinnert an ein Bienenvolk – nur dass die Menschen nicht nach Blüten suchen, sondern ihren Shoppingdurst in den vielen Souvenierläden stillen.

Ich hatte Glück bei meiner Ankunft in Jasper, dass am gleichen Tag der „National Aboriginal Day“ war, wobei die Nationalparkbehörde und einige heimische Indianerstämme zu Feierlichkeiten eingeladen hatten.

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Schweigeminute zu Ehren der Ureinwohner.

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Mit kunterbunten Federkostümen und Trommelmusik wurden alte Indianertänze aufgeführt und an den Ständen über die Kultur und Geschichte informiert. So konnte man sich auch über Heilkräuter informieren und ich erfuhr, dass Salbei eine außerordentliche Rolle in der indianischen Heilkunde einnimmt. Mit dem Salbeirauch wird z.B. eine energetische Reinigung des Körpers durchgeführt.

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Jasper Train Station.

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Lokomotive aus vergangener Zeit.

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Jasper ist unter anderem einer der Hauptknotenpunkte für den Güterzug- und Bahnpersonenverkehr für den Ost-/Westtransit durch die Rocky Mountains. Die Züge erreichen hier Längen von über 3 km!

Um dem geschäftigen Treiben in der Stadt zu entkommmen, ist man innerhalb von kürzester Zeit in der Natur, z.B. am Athabasca River.

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Auf dem Weg zum Athabasca River kommt man auch an einigen schönen Seen vorbei. Interessanter Sidefact: Die Bergspiegelungen im Wasser animierten die kanadischen Ureinwohner zu ihren rautenförmigen Mustern.

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Am Athabasca-River.

Japser sollte nur eine Zwischenstation bleiben, so ging es bereits nach 2 Tagen weiter nach Banff über den Icefields Parkway – eine der schönsten Fernstraßen der Welt. Der berühmte Fernweg machte seinen Namen wirklich alle Ehre, durch so eine Berglandschaft zu fahren ist unbeschreiblich. Leider war ich mit dem Bus ohne Zwischenstopp unterwegs, aber hier werde ich auf jeden Fall noch einmal zurückkommen, um einige Wanderungen zu unternehmen. Einige Eindrücke:

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Columbia Icefield. Aus dem Columbia-Gletscher geht der Athabasca River hervor.

Am Abend kam ich – noch immer begeistert von den Eindrücken auf dem Icefields Parkway – in Banff an, wo ich die ersten 4 Tage im Hostel übernachtete.

Eine der besten Nebeneffekte im Hostel zu übernachten: man lernt innerhalb kürzester Zeit viele neue Leute aus aller Welt kennen. Am nächsten Tag ging es dann zugleich zu einer 10-Stunden Wanderung mit Andreas aus Österreich und Marvin, aus Deutschland zum Aylmer Pass am nahe gelegenen Lake Minnewanka. Diese Wanderroute wurde bereits durch die Parkbehörde mit einer Mindestpersonenanzahl festgelegt, aufgrund von Bärenvorfällen in der Nähe des Wanderweges. Die Mindestanzahl besteht meistens aus 4 Personen, da Untersuchungen zeigten, dass es noch nie zu Bärenvorkommnissen bei einer Gruppenstärke von 4 Personen kam. Unterschreitet man die Mindestanforderung darf man die Wanderwege unter Strafe nicht betreten. Da wir aber 3 kräftige Kerle waren, war es für die Parkranger auch kein Problem :D.

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Bärenwarnung im Grizzlygebiet.

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Entlang am türkisblauen Lake Minnewanka.

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Hoch auf den Pass über Geröllfelder und Schnee bei 30 Grad.

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Ankunft auf dem Aylmer Pass.

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Lake Minnewanka vom Aylmer Lookout.

Am nächsten Tag ging es mit Seline, Neil und Luis zum Sulphur Mountain. Hier wurde die erste heiße Quelle in Banff entdeckt, der Auslöser für Banffs Aufstieg zur Touristenmetropole in den Rocky Mountains. Zuvor hatte ich am frühen Nachmittag meinen ersten bezahlten Job ergattern können, als Housekeeper in der Buffalo Mountain Lodge. Somit werde ich noch eine Weile in Banff verweilen, um die Reisekasse wieder aufzufüllen.

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Jederzeit ist mit Wildwechseln zu rechnen ;-).

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Auf gehts zum Sulphur Mountain.

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Die bequemere Methode ist die Seilbahn, aber wandern macht natürlich mehr Spaß.

In den nächsten Tagen werde ich von meinen weiteren Wanderungen in Lake Louise und Canmore berichten.