Im hohen Norden Kanadas – über Polarlichter und Eisfischen in Yellowknife.

Vor zwei Wochen war es dann endlich soweit – es ging mit dem Flugzeug von Calgary nach Yellowknife, dem Regierungssitz der Northwestern Territories und wohl einer der besten Orte um Polarlichter zu beobachten!

_MG_6971-Edit_converted

Die Stadt des „Gelben Messers“.

_MG_6884-Edit_converted

Überblick von Yellowknife vom „Bush Pilots Monument“.

Die Stadt befindet sich am Nordufer des Großen Sklavensees, dem mit 614 m tiefsten Sees Nordamerikas. Die kanadischen Ureinwohner in der Yellowknife Region gaben der Stadt ihren Namen, aufgrund ihrer gelblich erscheinenden Kupfermesser. Erst ab 1933 wurde die Region von der kanadischen Regierung kontrolliert. Dafür wurden zahlreiche Polizeistationen der Royal Canadian Mounted Police (RCMP), der kanadischen Bundespolizei, gegründet. Im Kulturmuseum des „Prince of Wales Northern Heritage Centre“ wird dessen Geschichte eindrucksvoll dargestellt. Die im kalten Norden stationierten Polizisten bekamen Unterstützung durch erfahrene Einheimische, ohne die sie auf ihren Erkundungstouren den langen, kalten Winter mit überraschenden Schneestürmen nicht überlebt hätten.

_MG_6986-Edit

Ein nachgestellter Hundeschlitten der Royal Canadian Mounted Police.

In der Region gab es zahlreiche Goldminen, die Yellowknife immer wieder mal zu einem kleinem Goldrausch und ansteigenden Bevölkerungszahlen verhalfen. Im Jahr 1991 wurden 300 km nördlich von Yellowknife reichhaltige Diamentenvorkommen entdeckt. Die Bergminen werden im Winter über Eisstraßen versorgt. 90 Prozent des Versorgungsweges mit übergroßen LKWs führen über zugefrorene Seen.

_MG_6887-Edit

Fluglandebahn und Eisstraße auf dem Great Slave Lake.

So blieb der Bergbau bis zur heutigen Zeit ein wichtiger Arbeitgeber für die Region, was aber auch eine Reihe von Umweltproblemen mit sich brachte. Für die Identifizierung und Reinigung der wertvollen Gesteine werden zahlreiche hochgiftige Chemikalien eingesetzt, die nicht immer von der Umwelt ferngehalten werden können. Die größten Probleme bereiten Schwefelverbindungen, Schwermetalle (u.a. Arsen, Cadmium, Quecksilber) und chlorierte Kohlenwasserstoffe – Umweltverschmutzungen und eine Anreicherung in der Nahrungskette sind nur einige Beispiele.

Unsere Unterkunft befand sich direkt im indigenen Territorium, so dass der Herbergs-vater als Stammesangehöriger der Dene-Ureinwohner eine Menge zu berichten hatte. Angekommen am Flughafen wurde man stilecht vom Eisbären begrüßt. Dann ging es zunächst zur Autovermietung – Ich war schon ganz gespannt, wie sich das Autofahren im hohen Norden gestaltet mit garantiert vereisten Straßen. Salzstreuen ist bei den dortigen Minustemperaturen von nicht selten bis – 40 Grad nicht mehr möglich. So gab es zur Autostandardausrüstung zugleich die nötige Winterausrüstung mit Verlängerungskabel für die Batterie dazu. Über Nacht muss die Autobatterie hier unbedingt angeschlossen werden. Ich war froh, dass die Autovermietung das Auto schon 10 Minuten voher startete, so dass es bereits einigermaßen warm war. Draußen vor dem Flughafen-Terminal erwartete uns bereits der erste Schneesturm mit eisigen Temperaturen.

IMG_1392

Begrüßung vom Eisbär.

In den nächsten Tagen hieß es dann die Wettervorhersagen, insbesondere der Wolkendichte und der Sonnenwind-Intensität zu beobachten. Die Polarlichter sind in Yellowknife zwar regelmäßig zu beobachten, doch je besser man vorbereitet ist, desto besser werden die Chancen. Mit dem Auto ging es dann auf dem Ingraham Trail entlang zahlreicher Seen. Am ersten Tag war es leider die ganze Nacht zu bewölkt, so dass wir keine Polarlichter entdecken konnten. In den nächsten Tagen sollte das Wetter besser werden, mit nur vereinzelten Wolken im Himmel. Pünklich kurz nach Mitternacht zeigte sich dann dieses wunderschöne Naturschauspiel der tanzenden Nordlichter. Es ist kaum zu beschreiben, wie fantastisch es ist, die ständig wechselnden Farbschleier zu bestaunen.

_MG_6948-Edit_converted

Zurück an der Unterkunft, konnten wir hier sogar fast die ganze Nacht über Polarlichter beobachten! Hier scheint fast grüner Rauch aus dem Tipi hervorzusteigen.

Nach einer langen Nachtschicht und Polarlichterträumen ging es wohlgeruht am Nachmittag zum Eisfischen. Gut, dass man sich in Yellowknife ordentliche Wintersachen zum günstigen Preis von Canada Goose ausleihen kann. Diese Arktis-Expeditionssachen hielten selbst bei gefühlten -47 Grad gut warm! Die Netze zum Eisfischen wurden bereits zusammen mit William, einem verwandten vom Herbergsvater, am Vortag ausgelegt.

Der Fang hat sich für uns gelohnt und wurde zu einer wohlschmeckenden Fischsuppe und gebratenem Fisch verarbeitet.

IMG_1508

Bob bei der Fischzubereitung.

An den sehr kalten Tagen bietet das Prince of Wales Northern Heritage Museum einen interessanten Einblick in die Geschichte der Northwestern Territories Kanadas.

_MG_7004-Edit

Dieses Boot wurde von Ureinwohnern aus Holz und Elchhaut gefertigt.

_MG_6982-Edit

Traditionelle Bekleidung.

 

Im nächsten Beitrag geht es in zu einer kleinen Städtereise in den südlichen Osten Kanadas, von der Hauptstadt Ottawa bis nach Quebec an den Sankt Lorenz Strom.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s