Im Osten Kanadas – in der Hauptstadt Ottawa.

Nach dem wundervollen Aufenthalt in Yellowknife sollte es nach einem kurzen Zwischenstopp in Calgary weiter zur kanadischen Hauptstadt Ottawa gehen, um die östliche Hälfte Kanadas zu erkunden. Nicht nur die Parlamentsgebäude sind hier eine Reise wert, die vielen kulturellen Möglichkeiten wie weltbekannte Museen und der Mix aus tradtioneller und moderner Architektur mit viel Grün laden zum Verweilen ein. Vom Holzfällerort, gegründet im 18. Jahrhundert, über Basisstation der Royal British Navy, hat sich Ottawa zum politischen Zentrum Kanadas entwickelt. Königin Victoria hatte Ottawa zur neuen Hauptstadt der damaligen United Province of Canada gewählt, ganz zum Entsetzen der Leute von Quebec und Toronto, deren Stadtstruktur deutlich entwickelter war. Geostrategisch war es im Nachhinein eine gute Entscheidung, da die Stadt vor dem Angriff der Amerikaner geschützt war und zu seiner unmittelbaren Nähe zum französisch-kanadischen Teil in politischen Konflikten beider Seiten vermitteln konnte.

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Das National War Memorial, unterhalb des Parliament Hill.

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„Confederation Square“ – Die kanadische Konförderation und ihre Provinzflaggen.

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Das Parlamentsgebäude mit dem 90 m hohen Peacetower an der Wellington Street.

Am ersten Tag stand zunächst das Parlamentsgebäude auf dem Programm. Hier werden stündlich Führungen in Englischer und Französischer Sprache kostenlos angeboten. Die Tickets dafür kann man sich von der Touristeninformation besorgen, die direkt gegenüber vom Parlament liegt. Nach einer straffen Sicherheitskontrolle, ähnlich der Flughafenkontrolle startet auch sogleich die Führung, die im Foyer des Parlaments beginnt.

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Die kanadische Monarchie: obwohl rechtlich eigenständig, wird Kanada als Teil des Commenwealth durch das britische Königshaus regiert.

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Der kanadische Senat. Im hinteren Bildteil nimmt das britische Königshaus Platz.

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Die Parlamentsbibliothek, wunderschön gestaltet.

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Deckenverzierung in der Bibliothek.

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Überblick über Gatineau und dem Ottawa River vom Peacetower.

Zum Schluss der Führung konnten wir eine Sitzung des Parlaments im „House of Commons“ (Unterkammer) auf den Besucherrängen hautnah mitverfolgen. Leider kann ich hiervon keine Bilder zeigen – alle Gegenstände muss man vorher beim Wachschutz abgeben. Das House of Commons ist dem britischen Unterhaus nachempfunden, wobei sich die Regierung und die Opposition gegenübersitzen. Die Debatte über ein sehr nachteilhaftes Bezahlsystem, was zu einer späten oder gar ausbleibender Bezahlung von Kanadiern führte, wurde teilweise sehr hitzig und emotional geführt – ganz anders als im Deutschen Bundestag.

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Parliaments Hill von der Pont du Portage Brücke aus gesehen.

 

Ottawa hat einige der besten Museen Kanadas und der Welt zu bieten, so konnte ich mir das Canadian Museum of Nature, das Canadian Museum of History, das Canadian War Museum und das Canadian Aviation and Space Museum nicht entgehen lassen:

Das Naturhistorische Museum ist großartig, hier wird die Entstehung des Lebens von Anfang an sehr anschaulich erklärt – von den marinen Cyanobakterien, die den ersten Sauerstoff in die Atmosphäre lieferten, bis zu eindrucksvollen Exponaten heutiger Großsäugerarten (ein Blauwalskelett ist hier in Lebensgröße ausgestellt!).

 

Im Geschichtsmuseum Kanadas widmet man eine ganze Etage den Ureinwohnern, mit einer riesigen Schauhalle, in denen verschiedene Baustile der Indianerstämme originalgetreu nachgebaut wurden. Leider gibt es noch immer viele Nachteile für die Ureinwohner, was im Museum teilweise angesprochen wird. Dargestellt werden z.B. auch die schrecklichen Ereignisse, in denen über 100 Jahre (bis 1998!), Kinder von Ureinwohnern in Zwangs-Umerziehungsanstalten verbracht wurden und ihnen unter miserablen Umständen bzw. Folter  ihre Kultur langsam genommen wurde. Die kanadische Regierung hat besonders unter der jetzigen Regierung versucht, diese schreckliche Geschichte aufzuarbeiten und die Wunden weitgehend zu heilen. Leider ist das Verbrechen an den Ureinwohnern nicht nur ein nordamerikanisches Problem. Eigentlich ist ein Tag in diesem Museum viel zu kurz, um die ganze kanadische Geschichte zu erleben.

 

 

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Das Canadian War Museum befindet sich westlich vom Parliament Hill unweit dem Ottawa River.

Im Kriegshistorischen Museum wird die kriegerische Vergangenheit Kanadas wiederbelebt. Sogar ein Teil der Berliner Mauer ist hier zu sehen.

 

Zu guter Letzt lohnt sich ein Besuch im Aviation and Space Museum. Nirgendwo sonst lassen sich soviele Exponate der kanadischen Luft- und Raumfahrt betrachten. Dargestellt ist hier auch der erste „Canadarm“, der Robotikarm, der es den Spaceshuttlen ermöglichte, Gegenstände im Orbit zu verfrachten und dessen Nachfolger auf der Internationalen Raumstation installiert ist.

 

 

 

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