Die letzten Monate in Kanada. Eine kurze Reise zu den Niagarafällen bis zum Strandparadies Tofino.

Nun ist mein  Kanadajahr schon zu schnell zu einem Abschluss gekommen und ich hatte leider noch nicht die Zeit gefunden, den Blog zu aktualisieren. Meine letzten Erlebnisse möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

In den letzten beiden Monaten war ich in der Umgebung von Toronto unterwegs und auf Vancouver Island bis nach Tofino. Zu den wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe zu Toronto zählen die Niagarafälle. An der Grenze Kanadas (Ontario) und den USA (New York State) gelegen, werden die amerikanischen Wasserfälle (American und Bridal Veil Falls) und der kanadische Horseschuh-Wasserfall vom Niagara Fluss gespeist. Die Niagarafälle auf der amerikanischen Seite sind mit einer Länge von 260 m und einer Fallhöhe von ca. 30 m um einiges kleiner als die Horseshoefalls. Hier rauscht das Wasser über eine Breite von 670 m aus 57 m Höhe hinab.

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Die amerikanischen Niagarafälle.

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Die kanadischen Horseshoe Falls.

Die Niagarafälle sind nach der letzten großen Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren entstanden als die übrig gebliebenen Gletscher sich auflösten und die großen Mengen an Schmelzwasser den Eriesee zum Überlaufen brachten.

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An der Wasserfallstufe kurz vor Sonnenuntergang.

Es ist wirklich beeindruckend, dass man direkt bis an den Wasserfall herangehen kann. Die unglaubliche Kraft der tosenden Wassermassen sind ein einzigartiges Erlebnis.

Die Niagara Halbinsel ist berühmt für den Weinanbau, hier wird sogar eine bestimmte Weißweinsorte aus der Niagara-Weinrebe angebaut. Desweiteren wird im weltweiten Vergleich hier der mengenmäßig höchste Anteil an Eiswein produziert.

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Weinanbau auf der Niagara-Halbinsel.

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Zur Weinverköstigung im Weinlager.

Am anderen Ende des Niagaraflusses erreicht man den Ontariosee an dem die mit knapp 3 Millionen Einwohnern einwohnerreichste und größte kanadische Stadt Toronto liegt.

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Toronto von der Algonquin Insel aus gesehen. Prägendes Gebäude der Stadt ist der CN-Tower.

Ahornsirup

Die Provinz Ontario ist berühmt für ihren Ahornsirup, nur Quebec stellt mengenmäßig den meisten Sirup her. Er wird vom Zuckerahorn (Acer saccharum) gewonnen, der in einem begrenzten Klimagebiet im Südosten Nordamerikas vorkommt, gewonnen. Um sich die Herstellung aus der Nähe anzusehen fuhren wir in eine nahe Toronto gelegene Ahornsirup-Farm

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Die Ahornsirupfarm der Horton Familie.

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Wie es sich für einen Farmer gehört, wird die Gruppe am Eingang mit dem Trekker zur Farm gebracht.

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Wie genau die Ahornsirup-Herstellung funktioniert, wurde allen Besuchern anschaulich vorgeführt.

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Zur Gewinnung des Ahornsirups benutzten die kanadischen Ureinwohner noch Auffangbehältnisse aus Birkenrinde. Der Baumsaft wurde dann in Stämmen mittels heißen Steinen erhitzt, bis er nach einer langen Erhitzungsprozedur zu Sirup oder Zucker wurde.

Für die Indianer war die Ahornsirupgewinnung ein spirituelles Ereignis:
Es repräsentiert das Gleichgewicht zwischen Mann und Frau. Der Baumsaft stellt dabei die Frau dar, während das Feuer den Mann charakterisiert. Wenn diese Einheit in perfekte Balance gebracht werden, entsteht der goldene Saft – das Kind.

Die in Kanada ankommenden Siedler kopierten die Praktiken der Ureinwohner, wobei sie mit gusseisernen Kesseln den Syrup deutlich schneller gewinnen konnten.

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Nachbildung eines Pionierlagers zur Sirupherstellung.

Für die Pioniere war der Sirup eine wichtige Nahrungsquelle und Zuverdienst. Hier wurde die Saftentnahme als Frühlingsbeginn in großen Zusammenkünften gefeiert. Die Sirupgewinnung ist sehr aufwendig und nimmt einige Zeit in Anspruch: aus 30 bis 40 Litern Baumsaft, wird letztendlich nur 1 Liter Sirup gewonnen.

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Mit diesem Evaporator werden bei heißem Feuer 4 Liter Sirup aller 4 Stunden hergestellt.

Heutzutage wird der Ahornsirup in großem Stil hergestellt, wobei die Ahornbäume über ein Schlauchsystem miteinander verbunden sind und der Saft zentral gesammelt werden kann.

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Auf der Horton Tree Farm werden finden noch beide Praktiken Anwendung: Das Schlauchsystem und das händische Einsammeln über die Zapfeimer (unteres Bild).

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Zu guter Letzt gab es köstliche Eierkuchen mit frisch gezapftem Ahornsirup.

Vancouver Island

Kurz vor der Abreise nach Deutschland sollte es noch einmal nach Vancouver Island gehen, hatte ich doch am Beginn meiner Reise es nur bis nach Victoria geschafft. Gesagt, getan, wurde ein Auto in Victoria gemietet und los ging es Richtung Tofino und dem Pacific Rim Nationalpark.

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Blick auf den Pazifik kurz vor Nanaimo.

Ein must-see Zwischenstopp wurde im MacMillan Provincial Park eingelegt, in dem im sogenannten Cathedral Grove über 800 Jahre alte Douglasien zu bestaunen sind.

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Schon am Eingang wird deutlich wie riesig diese Bäume sind. Stämme so hoch wie die parkenden Autos.

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Ein Traum für jeden Naturliebhaber.

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Der „Big Tree“ – eine 800 Jahre Douglasie, 76 m hoch und ein Umfang von über 9 m! Bereits als Christoph Columbus Amerika entdeckte, war dieser Baum bereits über 300 Jahre alt.

Auf dem engen Pacific Rim Highway 4 bieten sich immer wieder Anhaltspunkte mit atemberaubender Natur. Nicht selten hat man neben der Straße größere und kleinere Wasserfälle oder kleine Seen. Die Flüsse sind ein wichtiges Lachsareal.

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Wasserströme entlang des Pacific Rim Highways.

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Tofino ist ein sehr ruhiger kleiner Fischerort, der sich in der heutigen Zeit mit guten Surfbedingungen und atemberaubenden Stränden einen Namen gemacht hat.

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Strandpanorama bei Tofino.

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Viele Wandermöglichkeiten, wobei man über einige Holzpfade zu den Stränden gelangt.

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Mein Kanada-Abenteuer geht nun leider mit diesen Bildern zu Ende. Ich hatte eine wunderschöne Zeit, die ich nie vergessen werde. Vielen herzlichen Dank für euer Interesse an meinem kleinem Blog!

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