Erlebnisreiche Wanderungen im Banff Nationalpark.

Banff hat eine optimale Ausgangslage zu zahlreichen Wanderwegen. Hier ist wirklich für jeden etwas dabei, egal ob ambitionierter Sportler oder Gelegenheitswanderer. Zwei markante Berge prägen die unmittelbare Umgebung von Banff: Mount Rundle (2948 m) und Cascade Mountain (2998 m).

Um einen optimalen Blick auf den Cascade Mountain zu haben, wurde bei der Stadtplanung explizit darauf geachtet, dass der Fokus der ankommenden Reisenden auf der Banff Avenue genau auf diesen schönen Berg gerichtet ist. So konnte ich auch nicht lange warten, diesen Berggipfel zu erklimmen.

Cascade Mountain:

Am frühen Morgen ging es dann mit dem kostenlosen Shuttle Bus zum nahegelegenen Mount Norquay Parkplatz. Hier starten die Wanderwege Richtung Bergspitze. Zunächst führt der Pfad durch dichten Nadelwald.

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Ausgangspunkt zum Cascade Mountain.

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Mittagspause.

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Ein amerikanisches Pika oder auch Pfeifhase genannt.

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Der Weg windet sich mit allmählich steigender Hangneigung durch den Wald, bis man zum sogenannten Amphitheater gelangt.

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Das durch die Natur erschaffene Amphitheater: herrliche Strukturen im Fels.

Am Amphitheater beginnt dann der eigentliche Aufstieg zum Cascade Gipfel, wobei man teilweise auf dem Bergkamm entlangwandert. Schnee und Eis sind hier die einschränkenden Variablen, wenn man ohne Steigeisen unterwegs ist. Bis Mitte Juli kann hier mit Schnee bzw. vereisten Wegen gerechnet werden. Informationen über die Wegkonditionen kann man sich jederzeit von der Nationalparkbehörde oder der kanadischen Bergsteigervereinigung holen.

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Postkartenmotive am Aufstieg.

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Der erste Anstieg ist geschafft. Nur noch in der Ferne ist der Wald zu sehen.

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Weiter geht es über Geröllfelder. Etwas anspruchsvolleres Terrain als auf den üblichen Waldwegen.

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Der Gipfel rückt in greifbare Nähe.

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Endlich geschafft. Ein herrlicher Überblick über zahlreiche Gipfel der Rocky Mountains.

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Alles wirkt so winzig von hier oben. Auf der gegenüberliegenden Seite ragt Mount Rundle empor.

Aftonroe-Klettertour:

In den nächsten Tagen hatte ich mich dann mit Jirka zum Klettern verabredet, meinem guten Freund und Arbeitskollegen aus der schönen Tschechischen Republik. Es sollte meine erste Multipitch-Klettertour werden, d.h. eine Kletterroute mit mehreren Seillängen. Auf ging es gleich nach der Arbeit zur sogenannten Aftonroe-Route. Insgesamt galt es an diesem Tag 220 m vertikalen Fels zu bewältigen.

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Zunächst musste der Felsen noch etwas erwandert werden.

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Die erste Seillänge ist geschafft.

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Sehr guter griffiger Felsen, bei dem man optimale Haftung hat.

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Die Aussicht genießen.

 

Meine erste Multipitchbegehung war eine tolle Erfahrung für mich und mit Jirka hatte ich einen sehr routinierten Kletterer an meiner Seite. So hat er schon viele Kletterrouten weltweit absolviert.

Wandern am Lake Louise

Lake Louise ist einer der berühmtesten Seen in den Rocky Mountains und ist nach Prinzessin Louise Caroline Alberta benannt, einer Tochter von Königin Victoria. Passend zu dem königlichen Namen wird der See vom Victoria Gletscher gespeist, der vom Mount Victoria hinuntergleitet. Zu diesem Gletscher sollte es an diesem Tag gehen, zusammen mit Masahiro aus Japan und Yongsung aus Südkorea.

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Lake Louise.

Um den Gletscher zur erreichen geht es zunächst auf den „Plain of Six Glaciers“ Hiking Trail, entlang an einer einzigartigen Kulisse aus schroffen Felsen, Schnee und Eis.

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Lawinenfeld

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Wunderschöne Berglandschaften.

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Der Victoria Gletscher.

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Das Schmelzwasser bildet überall kleine Wasserfälle.

Für den Rückweg hatten wir uns entschieden, über den sogenannten Big Beehive Aussichtspunkt zum Agnes und dann weiter zum Mirror Lake zu wandern. Hier hat man einen super Überblick über die Lake Louise Region.

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Aussicht vom Big Beehive.

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Das Schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium) bildet hier wunderschöne pinke Wiesenteppiche.

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Lake Agnes. Farbenspiel im Wasser.

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Mirror Lake.

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Andere Seite vom Lake Louise, im Hintergrund ist das Luxushotel Fairmont Chateu zu sehen.

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Der Andrang auf die kostenlosen Shuttlebusse ist groß.

Wieder einmal ein gelungener Wandertag!

 

 

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Unterwegs in den Rocky Mountains im Jasper und Banff Nationalpark

Von Barriereˋ ging es kurz nach Mitternacht per Greyhound-Nachtbus in 6 h nach Jasper. Erholsamer Schlaf ist was anderes, aber abgesehen davon ist es die günstigste Methode, um ohne eigenes Auto an das gewünschte Ziel zu kommen.

Das heutige Jasper wurde im Jahr 1813 gegründet und ist aus einem ehemaligen Fellhandels-Außenposten hervorgegangen. Der Jasper Nationalpark wurde 1907 ausgerufen und ist der größte Gebirgs-Nationalpark in den kanadischen Rocky’s. Über 2 Millionen Besucher kommen jährlich in die Region, um die einzigartige Berglandschaft zu erkunden. Das merkt man auch, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Alle Parkplätze sind voll belegt mit diversen Wohnmobilen und die kleine Innenstadt erinnert an ein Bienenvolk – nur dass die Menschen nicht nach Blüten suchen, sondern ihren Shoppingdurst in den vielen Souvenierläden stillen.

Ich hatte Glück bei meiner Ankunft in Jasper, dass am gleichen Tag der „National Aboriginal Day“ war, wobei die Nationalparkbehörde und einige heimische Indianerstämme zu Feierlichkeiten eingeladen hatten.

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Schweigeminute zu Ehren der Ureinwohner.

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Mit kunterbunten Federkostümen und Trommelmusik wurden alte Indianertänze aufgeführt und an den Ständen über die Kultur und Geschichte informiert. So konnte man sich auch über Heilkräuter informieren und ich erfuhr, dass Salbei eine außerordentliche Rolle in der indianischen Heilkunde einnimmt. Mit dem Salbeirauch wird z.B. eine energetische Reinigung des Körpers durchgeführt.

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Jasper Train Station.

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Lokomotive aus vergangener Zeit.

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Jasper ist unter anderem einer der Hauptknotenpunkte für den Güterzug- und Bahnpersonenverkehr für den Ost-/Westtransit durch die Rocky Mountains. Die Züge erreichen hier Längen von über 3 km!

Um dem geschäftigen Treiben in der Stadt zu entkommmen, ist man innerhalb von kürzester Zeit in der Natur, z.B. am Athabasca River.

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Auf dem Weg zum Athabasca River kommt man auch an einigen schönen Seen vorbei. Interessanter Sidefact: Die Bergspiegelungen im Wasser animierten die kanadischen Ureinwohner zu ihren rautenförmigen Mustern.

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Am Athabasca-River.

Japser sollte nur eine Zwischenstation bleiben, so ging es bereits nach 2 Tagen weiter nach Banff über den Icefields Parkway – eine der schönsten Fernstraßen der Welt. Der berühmte Fernweg machte seinen Namen wirklich alle Ehre, durch so eine Berglandschaft zu fahren ist unbeschreiblich. Leider war ich mit dem Bus ohne Zwischenstopp unterwegs, aber hier werde ich auf jeden Fall noch einmal zurückkommen, um einige Wanderungen zu unternehmen. Einige Eindrücke:

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Columbia Icefield. Aus dem Columbia-Gletscher geht der Athabasca River hervor.

Am Abend kam ich – noch immer begeistert von den Eindrücken auf dem Icefields Parkway – in Banff an, wo ich die ersten 4 Tage im Hostel übernachtete.

Eine der besten Nebeneffekte im Hostel zu übernachten: man lernt innerhalb kürzester Zeit viele neue Leute aus aller Welt kennen. Am nächsten Tag ging es dann zugleich zu einer 10-Stunden Wanderung mit Andreas aus Österreich und Marvin, aus Deutschland zum Aylmer Pass am nahe gelegenen Lake Minnewanka. Diese Wanderroute wurde bereits durch die Parkbehörde mit einer Mindestpersonenanzahl festgelegt, aufgrund von Bärenvorfällen in der Nähe des Wanderweges. Die Mindestanzahl besteht meistens aus 4 Personen, da Untersuchungen zeigten, dass es noch nie zu Bärenvorkommnissen bei einer Gruppenstärke von 4 Personen kam. Unterschreitet man die Mindestanforderung darf man die Wanderwege unter Strafe nicht betreten. Da wir aber 3 kräftige Kerle waren, war es für die Parkranger auch kein Problem :D.

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Bärenwarnung im Grizzlygebiet.

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Entlang am türkisblauen Lake Minnewanka.

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Hoch auf den Pass über Geröllfelder und Schnee bei 30 Grad.

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Ankunft auf dem Aylmer Pass.

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Lake Minnewanka vom Aylmer Lookout.

Am nächsten Tag ging es mit Seline, Neil und Luis zum Sulphur Mountain. Hier wurde die erste heiße Quelle in Banff entdeckt, der Auslöser für Banffs Aufstieg zur Touristenmetropole in den Rocky Mountains. Zuvor hatte ich am frühen Nachmittag meinen ersten bezahlten Job ergattern können, als Housekeeper in der Buffalo Mountain Lodge. Somit werde ich noch eine Weile in Banff verweilen, um die Reisekasse wieder aufzufüllen.

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Jederzeit ist mit Wildwechseln zu rechnen ;-).

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Auf gehts zum Sulphur Mountain.

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Die bequemere Methode ist die Seilbahn, aber wandern macht natürlich mehr Spaß.

In den nächsten Tagen werde ich von meinen weiteren Wanderungen in Lake Louise und Canmore berichten.

Besuch beim Förster in Barriere´, British Columbia

Nachdem ich vier erlebnisreiche Tage in Whistler verbracht habe, ging es weiter ins Landesinnere von British Columbia nach Kamloops. In der Nähe von Kamloops erwarteten mich Susan und Brian, die mich über die WOOFing-Seite kontaktiert hatten. Nach einer 9-stündigen Busfahrt von Whistler aus, kam ich pünktlich um 1900 am Bahnhof an, wo mich Susan bereits erwartete. Susan ist gelernte Sattlerin und seit 10 Jahren in der Umweltbildung tätig mit den Schwerpunkten Waldökologie und Forstwirtschaft. Brian blickt auf eine knapp 40-jährige Försterkarriere zurück und war zunächst für die kanadische Forstbehörde tätig, bis er sein eigenes Forstplanungsunternehmen gründete. Eine weitere Stunde Autofahrt und wir waren an meinem neuen Arbeitsort mitten im Wald – inklusive einem tollen Blick auf die umliegenden Berge.

 

Rund um das Anwesen haben Susan und Brian zahlreiche Wanderwege und Cross-Country-Ski-Wege angelegt. Der Wald wurde hier vor ca. 20 Jahren mit rund 20 ha kahlgeschlagen, so dass Brian sehr darauf bedacht war, einen möglichst naturnahen Wald entstehen zu lassen, der sich in diesen Breiten vor allem aus Thuja plicata (Lebensbaum), Pseudotsuga menziesii (Douglasie, Inlandsform), Tsuga heterophylla (Westliche Hemlockstanne) zusammensetzt. Eine weitere Nadelbaumart, die man häufig in großen Anpflanzungen sieht, ist die Murray-Kiefer (Pinus contorta).  Diese Kiefernart hat hier ein großes Problem – namens Ponderosakäfer (mountain pine beetle, Dendroctonus ponderosae), der sich in den Monokulturen massenhaft vermehren konnte. Aufgrund des großflächigen Anbaus ohne Mischbestände, entstanden riesige Kalamitätsflächen, die ich bereits auf der Busfahrt beoachten konnte. Aber Schaden ist natürlich relativ und wird nur anthropogen bemessen – in der Natur gibt es keine Schäden, alles hat seinen Zweck. Auf den Flächen, die einer Streichholzlandschaft ähneln, tummelt sich bereits wieder ein gut gemischter Wald. Aber der Anbau von Monokulturen, d.h. Waldbeständen mit nur einer Baumart, hat auch andere Nachteile, die mir Brian am nächsten Tag vor Augen führte:

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Waldbrand – ein natürlicher Prozess in Kanadas Wäldern.

2003 war für British Columbia das Waldbrandjahr mit den verheerensten Bränden, die es in der Geschichte bis dato gegeben hat. Knapp 265.000 ha Wald fielen den Bränden zum Opfer, ausgelöst von einer unachtsam weggeworfenen Zigarette. Mehr als 10.000 Feuerwehrleute aus der ganzen Provinz waren im Einsatz. Die Brände konnten sich hier besonders schnell in den Kiefernreinbeständen ausbreiten, die einen optimalen Nährboden mit viel trockenem und harzreichen Brandmaterial lieferten. Da die Bestände auch entsprechend groß angelegt waren, summierte sich das Potential entsprechend.
Noch knapp 15 Jahre danach, kann man – wie auf dem obigen Foto zu sehen – immer noch große kahle Hangflächen sehen. Die Walderneuerung schreitet nur langsam voran, da durch die immense Feuersbrunst auch Feuerangepasste Baumarten dem Brand zum Opfer fielen. Dadurch fehlen die Mutterbäume, besonders in den Monokulturen.

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Denkmal zu Ehren der Feuerwehrleute.

Das war schon beeindruckend, ein solchermaßen großes Waldbrandgebiet zu sehen.

In den nächsten Tagen konnte ich bei vielen Dingen mithelfen, vor allem im großen Gemüsegarten, im Bienenstock (der Bärensicher in einer unter Strom stehenden Laube untergebracht ist) oder mich mit Holzhacken beschäftigen (einer typischen Försterarbeit ;-D). Schwarzbären gibt es in der Region auch reichlich, so kam eines Abends ein Schwarzbär zum Besuch auf den Komposthaufen vorbei. Nur gut, dass man hier nichts für den Bären verwertbares auf den Komposthaufen wirft, um ihn nicht zu animieren menschliche Siedlungen aufzusuchen. Werden Bären doch auffällig und reagieren nicht auf Signale das Siedlungsgebiet zu verlassen, werden sie in diesem Fall von einem Spezialisten erlegt.

Am dritten Tag fuhren Brian und ich in den nahegelegenen Wald, wo er mir die kanadische Forstpraxis aus der Nähe zeigen wollte.

 

In den Beständen wurden klassische Kahlschläge durchgeführt, d.h. Kompletträumung des Bestandes. Interessanterweise ist Brian ein Befürworter der selektiven Baumauslese, indem nur Einzelbäume aus dem Wald entnommen werden. Er setzt sich stark für einen naturnahen Waldbau ein. Brian ist mit dieser Praxis noch ziemlich allein in Kanada und setzt dieses Konzept, was in Deutschland in der Regel angewendet wird, im Lower North Thompson Gemeinschaftswald um. Die Gemeinschaftswälder (Community Forests) in Kanada sind eine kleine Besonderheit:

Um einen Gemeinschaftswald zu gründen, bedarf es der Zustimmung des Staates, der das Recht zum Schutz oder Bewirtschaftung an eine Kommune, Interessengemeinschaft, Indianersiedlung u.a. übertragen kann. Die Gemeinschaft plant dann selbst, wie sie den Wald bewirtschaftet, aber es muss zum Wohle der lokalen Bevölkerung sein – aufbauend auf den Grundlagen der Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial und ökonomisch). Es soll sozusagen zur Grundsicherung der lokalen Bevölkerung beitragen, indem z.B. neue Schulgebäude aus dem Holzverkauf finanziert werden.

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Mit Brian bei der Holzabfuhrkontrolle.

Von Susan und Brian konnte ich viel von der Pflanzen- und Tierwelt Kanadas lernen. An einem Tag ging es zu einem nahegelegenen See, wo es auch noch viele Spuren der einst hier lebenden Indianerstämme zu sehen gibt.

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Sehr alte Bestände aus Thuja-, Hemlocktanne und Douglasie.

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Brian inspiziert einen Thuja-Altbaum, der in der Vergangenheit Indianern zur Rindengewinnung diente, woraus sie Körbe, Seile, Hüte und anderes herstellten.

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Stammfäule: Durch das Rindenabziehen gelangen auch Baumschädlinge ins Innere des Baumes.

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Die Igelkraftwurz (Oplopanax horridus), ein typischer Vertreter der feuchten Wälder Nordamerikas und entlang von Gewässern. Indianerstämme nutzen diese Pflanze als schmerzstillende und entzündungslindernde Heilfplanze.

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North Barriere Lake.

Es war ein wunderschöner und lehrreicher Aufenthalt bei den beiden und ich wäre gerne noch länger geblieben!

In den nächsten Tagen werde ich aus Jasper und Banff in den Rocky Mountains berichten.

 

Vier Tage in Whistler, Olympiastandort der Winterspiele 2010

Als Zwischenstopp in Richtung Rocky Mountains hatte ich mir das bekannte Skiresort Whistler gesetzt, dass sich an den südlichen Ausläufern des Küstengebirges befindet, ca. 2 h nördlich von Vancouver.

 

Dort hatte ich ein Zimmer im Whistler Mountain Lodge Hostel (UBC Lodge) gebucht, welche in den 60er Jahren von Studenten der University of British Columbia errichtet und lange als Studentenhaus diente, ehe es 2014 privatisiert wurde. Eines der schönsten Hostels, wo ich bis jetzt gewesen bin und sehr gemütlich eingerichtet – genau wie man sich eine Skihütte vorstellt.

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UBC-Lodge, Whistler.

Dann ging es erstmal zum Essen einkaufen nach Creekside Village, einem Vorort von Whistler. Hier fahren die Skilifte und Gondeln zum Blackcomb Mountain, einem der beliebtesten Skiabfahrtshänge. Nicht weit von den Skiliften konnte ich einen Schwarzbär mit 2 Jungen ausmachen, die es sich direkt neben dem Skilift gemütlich machten. Ich blieb auf sicherer Entfernung von ca. 200 m und wanderte langsam weiter, da man einen Bär, besonders mit Jungen nicht beunruhigen sollte. Eine Traube Menschen versammelte sich wenig später vor den Restaurants, um die Bären zu sehen.

Am ersten Tag habe ich mir ein Skilift-Ticket geholt, um auf die Spitze der zwei Berge des Whistler und Blackcomb-Mountains zu gelangen. Da noch nicht alle Gondeln in Betrieb waren, ging es nur bis zur Hälfte. Doch ich war froh, dass ich die andere Hälfte zum Little Whistler Peak auf 2115 m erwandern konnte. Es lagen noch bis zu knapp 3 m Schnee zu der Zeit, aber die Wanderwege waren halbwegs geräumt.

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Die Hälfte des Weges ist geschafft.

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Aussicht vom Little Whislter Peak.

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Die Schneewände waren teilweise über 5 m hoch.

 

Unterwegs gab es auch wieder einiges an Flora und Fauna zu bestaunen:

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Ein Murmeltier sonnt sich.

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Murmeltier hält Wache.

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Gelbes Fichten-Streifenhörnchen (Chipmunk).

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Die Felsentanne (Abies lasiocarpa) kommt in den höheren Lagen des Kaskaden-Gebirges gehäuft vor.

Mit der Peak-to-Peak-Gondel, der längsten und höchsten Seilgondel der Welt, ging es dann zum Blackcomb Mountain. Die Gondel schwebt am höchsten Punkt 436 m über dem Boden und und überspannt eine Gesamtlänge von 2024 m zwischen den 2 Türmen.

 

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Da man mit einem Gondelticket soviel fahren kann wie man möchte, fuhr ich mit der Peak-to-Peak-Gondel bestimmt 4 mal hin und her. Die Aussicht ist einfach herrlich! Abwärts ging es dann von der anderen Seite mit den Skiliften ohne Dach zurück nach Whistler. Unterwegs konnte ich wieder einen Schwarzbären beobachten.

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Schwarzbär unterhalb der Gondel.

Am nächsten Tag sollte es den ganzen Tag regnen, so dass ich eine Führung im Squamish/Lillwat Indianerkulturmuseum gebucht habe. Die Mitarbeiter sind alle Angehörige der Indianderstämme Lillwat oder Squamish (Ureinwohner der Vancouver/Whistler-Region), so dass die Teilnehmer zum Beginn der Führung mit einem Regenlied begrüßt wurden. Das Kulturmuseum soll nicht nur Besuchern die Geschichte der hier ansässigen Stämme näher bringen, sondern auch als Lernort für die Indianer dienen. Diese hatten ihr Wissen stets mündlich weitergegeben und leider gab es auch in Kanada ein Umerziehungsprogramm, sodass eine Großteil des alten Wissens verloren gegangen ist. Die Führung war sehr interessant und es wurde ein Großteil der Stammesgeschichte in der Region erklärt. Zum Schluss konnte ich die Herstellung von Garn aus Thuja-Rinde ausprobieren.

 

In den nächsten Tagen wanderte ich viel in der Region umher, unter anderem im Emerald-Forest, Lost- und Alta-Lake. Einige Eindrücke der herrlichen Wanderwege:

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Mountainbike-Strecke.

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Amerikanischer Stinktierkohl (Lysichiton americanus), eine große Sumpfstaude, die auch in Deutschland als Neophyt vorkommt.

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Kanadischer Hartriegel, Cornus canadensis.

Goodbye Pender Island!

Sonntag, der 11. Juni war der letzte Tag auf der Farm. Viel zu schnell sind die 3 Wochen auf der Farm vergangen. Dort hatte ich mich schon so sehr an die Schafe und Enten gewöhnt, dass ich bereits angefangen habe, diese vom Aussehen her mit ihrem Namen zu erkennen: Blacky, Saskatchewan, Fortyfor oder Melon sind nur einige Namen der vielen Cotswold-Schafe.

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„Blacky“, ein allseits entspannter Schafsbock.

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Eine von Saskatchewan’s niedlichen Lämmern.

Wir hatten einige Mühe, die Zäune für die Schafe rechtzeitig fertig zu stellen. So mussten wir auch einige „Nachtschichten“ einlegen, um die ausgebrochenen Schafe einzufangen, die versuchten auf die frischen Wiesen zu gelangen, wo sie noch nicht hin sollten. Aber wen kann man es verübeln, wenn man hungrig ist ;-). Da die Grillabende auf der Inish Eile Farm meist bis Mitternacht gingen, war das auch kein Problem!

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Schafe zwischen den noch nicht ganz fertigen Zaunsegmenten.

Bei den Enten hatte sich weiterer Nachwuchs eingestellt. Wir hatten zwischenzeitlich fast 60 Küken!

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Mike der „Entenflüsterer“.

Da die Enten umherziehen bzw. fliegen können, wohin sie wollen, hat auch der Weißkopfseeadler ein Auge auf sie geworfen. Mike versucht sie daher so gut es geht vor ihm zu schützen, aber rund um die Uhr können sie nicht überwacht werden. 5 Enten wurden innerhalb von einer Woche vom Adler erbeutet. Zum ersten Mal konnte ich einen Weißkopfseeadler dabei beobachten.

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Die Moschusenten finden sich häufig zu Gruppen zusammen, die gemeinsam nach Nahrung suchen.

In meiner Freizeit habe ich die Insel weiter erkundet und nahezu einmal umrundet. Die Südinsel hat es mir besonders angetan, wo es viele einsame Wälder und Strände gibt. Sogar an einem Samstag bei herrlichstem Wetter, wo eigentlich viele Leute unterwegs sein müssten, war ich der einzigste auf den Wanderwegen des Nationalparks. Dort konnte ich viele Truthahngeier auf ihren Kreiselflügen und einen Streifenkauz um das Seegebiet Greenburn beobachten.

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Der Greeburn-Lake im Nationalpark Southern Gulf Islands auf der Südinsel von Pender.

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Streifenkauz am Wanderweg.

Auf meinen „Streifzügen“ bin ich bis zum südlichsten Punkt der Insel gewandert. Hier sind es nur noch 2 km bis zur US-Grenze. Einige Eindrücke der herrlichen Strände:

Ein weiteres Highlight war die Kayaktour auf dem Pazifik.

Dort habe ich mich einer Gruppe angeschlossen, um für ca. 4 Stunden die Küste der Nord-Pender-Island zu erkunden. Unterwegs trafen wir Seehunde, Robben und viele Seemöwen. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle an Dogmermaid Eco Excursions, die mir ein Rabattangebot geschenkt haben :)!

Das Wetter lud an diesem Tag förmlich zum Baden ein und einmal muss man wenigstens im Pazifik baden gegangen sein, wenn man schon mal da ist. Lange hielt es mich aber nicht im Wasser, wirklich schweinekalt, aber Abhärtung tut gut ;).

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Badestrand mit Aussicht zum Otter Bay Hafen.

 

An einem Abend fuhr ich mit Mike dann zum Disc Golf Kurs von Pender Island in der Nähe des Magic Lake, wo man mit Frisbeescheiben Golf spielt.

Mit dem Frisbee die Ziele mit so wenig Würfen wie möglich zu treffen, ist einfacher gesagt als getan – der Spielplatz inmitten von großen Thuja-/ Hemlock- und Douglasien ist traumhaft – durch die vielen Bäume gehen viele meiner Würfe aber auch genau dorthin :D.

Abends gab es dann noch ein Abschiedsgrillen, da am nächsten Morgen in aller Frühe schon die Fähre Richtung Vancouver wartete. Dafür wurden extra Lammsteaks und Spareribs mit verschiedenen Salaten zubereitet. Ich musste zusehen, dass ich nicht ins Bett rollen musste, so lecker war das Essen.

Ich kann Martha und Mike gar nicht genug danken für die tolle Arbeit, die vielen Erlebnisse auf der Insel und interessanten Unterhaltungen über das Farmleben in Kanada, sowie aufschlussreicher sozio-ökologischer Themen. Ich habe den größten Respekt vor den beiden, die so gut wie 24/7 arbeiten und dazu hat Martha noch einen Job als Professorin. Die Farmarbeit hat es mir wirklich angetan, ein tolles Gefühl, wenn man weiß, wo sein Essen herkommt. Ich hoffe diese Art von kleinen extensiv wirtschaftenden Bauerngemeinschaften bekommt in Zukunft die Anerkennung und Förderung, die sie verdient. Das zunehmende Konglomerat von Großbetrieben hat seit langem ein Ausmaß erreicht, welche rücksichtslos die Natur ausbeutet.

Schön war es auf Pender Island, so schön, dass ich bestimmt mal wieder dorthin gehen werde!

 

Farmarbeit auf Pender Island

Noch in Deutschland hatte ich mich auf der WWOOF-Plattform (World Wide Opportunities on Organic Farms, http://www.wwoof.ca) angemeldet und nach einigen Farmen Ausschau gehalten. Dabei kann man auf Farmen aushelfen und bekommt dafür kostenloses Essen und eine Unterkunft. Ich musste gar nicht lange suchen, da bekam ich schon eine Nachricht von Martha, die mich fragte auf ihrer Farm in Pender Island auszuhelfen und schnell von Victoria aus zu erreichen ist.

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Ankunft auf Pender Island

Pender Island ist in zwei Inseln unterteilt, die über eine kleine Holzbrücke miteinander verbunden sind. Die Inish Eile Farm von Martha und Mike liegt auf der nördlichen Insel direkt am Gulf Island National Park angrenzend. Martha ist eine Soziologie-Professorin an der University of Victoria mit einigen Schwerpunkten z.B. der Farmwirtschaft und Ernährungsgerechtigkeit. Daher hat sie immer eine Menge interessanter Dinge zu berichten. Mike stammt aus den Yukon-Territories im hohen Norden Kanadas und kann so gut wie alles. So hat er u.a. schon Containerhaus-Konzepte für die Inuit entwickelt und ist im Yukon Feuerlöschflugzeuge geflogen.

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Die Inish Eile Farm auf Pender Island.

Auf der Farm werden die seltenen Gulf Island Cotswold Schafe gehalten, die auf der kanadischen Liste gefährdeter Nutztierrassen stehen, sowie Moschusenten (die Wildform der domestizierten Warzenente).

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Cotwoldschaf und Moschusente.

Nun ist bereits wieder eine Woche vergangen und ich konnte eine Menge über das dortige Farmleben lernen. Es gibt eine Menge zu tun: morgens helfe ich z.B. mit beim Schafe füttern und Wasser geben – oder sie auf neue Weidegründe begleiten, die wir dann provisorisch abzäunen. Da es die Farm noch nicht allzu lange gibt, müssen noch eine Reihe fester Zäune angelegt werden. So galt es in den letzten Tagen, eine Vielzahl neuer Zäune zu errichten.

Ein besonderer Moment war für mich die Schafschärung, wo ich live dabei sein konnte. Dafür kam extra ein Profi vorbei, der sogut wie alle Schafe auf Vancouver Island und den umliegenden kleinen Inseln schärt. Wirklich erstaunlich, welches Geschick man haben muss, das Schaf mit einem Arm festzuhalten und es möglichst ohne Verletzungen zu schären.

Dafür wird eine besondere Technik angewendet: Das Schaf wird auf das „Hinterteil“ gesetzt und mit einer Hebeltechnik ein Vorderbein fixiert. Das hört sich etwas rabiat an, aber die meisten Schafe machten einen sehr entspannten Eindruck.

Hatte man das Aussehen der Schafe von vorher noch im Kopf, sehen sie danach sehr putzig aus, ohne ihre lange Wolle.

In der Freizeit bin ich meist unterwegs die Insel zu erkunden, wo es an jeder Ecke etwas zu sehen gibt, Nur 15 Minuten von der Farm entfernt, ist ein kleiner Hafen – das sogenannte Hope Bay mit herrlichem Strand. Am zweiten Tag konnte ich hier Weißkopfseeadler beim Fischen zuschauen.

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Hope Bay.

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Weißkopfseeadler lauert auf seine Beute.

Auf der ca 34 km² großen Doppelinsel gibt es ein besonderes System zur Personenbeförderung, da es kein öffentliches Nahverkehrsnetz gibt. Dafür wurde hier ein „Carstopp“ Programm auf Pender Island ins Leben gerufen. Überall auf der Insel gibt es entlang der Hauptverkehrsrouten diese Stopppunkte, wo man sozusagen per Anhalter von vorbeifahrenden Autos mitgenommen werden kann.

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Carstop am Gulf Island National Park, Mount Norman.

Das Hitchhiking-Programm musste ich am zweiten Tag natürlich gleich ausprobieren, hatte ich doch den Vormittag frei bekommen. Gleich vor der Farm wurde ich von Mitchell Richtung Mount Norman auf der Südinsel mitgenommen, dem höchsten Berg mit 244 m. Das hört sich zwar nicht gerade hoch an, aber man hat einen fantastisch Ausblick auf die Umgebung.

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Aussicht vom Mount Norman. Auch hier kann man bis auf die Olympic Mountain Range der USA den Blick schweifen lassen.

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In den letzten Tagen war ich oft an den Küstengegenden, wo es viele Zugangspunkte zu den Stränden gibt. Diese können über eigens dafür angelegte Wanderwege erreicht werden, die u.a. durch alte Lebensbaum-/Douglasienbestände führen:

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Ausgangspunkt zu den Stränden.

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Farnenmeer (westamerikanischer Schwertfarn) im Laubwald

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Moosbewachsener Untergrund schafft eine nahezu märchenhafte Umgebung.

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Die Wanderung wird belohnt mit menschenleeren Traumstränden. Links zu sehen: der amerikanische Erdbeerbaum (Arbutus menziesii).

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Viele Krabben verstecken sich unter den Steinen an den Stränden.

Gestern stand eine kurzfristige Heuernte an, da für die nächsten Tage Regen vorhergesagt war. Die Heuernte fand auf einer kleinen Farm auf South Pender Island statt. Jodie, ursprünglich in der Nähe von Auckland – Neuseeland stammend, holte mich dafür von der Inish Eile Farm ab. Obwohl auf den Pender Islands nur ca. 2300 Menschen leben, ist South Pender Island noch ruhiger mit inzwischen 210 Einwohnern. Das Heu wurde mittels altem Schlepper und Ballenpresse von der Wiese geholt und auf Pick-up-Trucks geladen. Doch die Ballenpresse musste erst noch repariert werden, da die Stricke nicht wirklich halten wollten.

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Pressen der Heuballen.

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Auf dem Pick-up-Truck aufsitzend ging es zum Entladen in eine kleine Waldhütte.

Zurück auf der Inish Eile Farm gab es noch eine besondere Überraschung: Moschusentennachwuchs!

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Nachwuchs bei den Moschusenten!

Whale Watching in Victoria

Whale Watching stand ganz oben auf der Liste für Vancouver Island und wer weiß, wann man wieder so nah in ein Wal-Hotspot-Gebiet kommt. Also nicht lange überlegt und einen Bootstrip mit ‚EagleWingTours Whale and Wildlife Watching‘ gebucht.

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Unser „Beobachtungsboot“ mit 1250 PS, aber die Motoren sollen wohl extra leise sein (für den Walschutz).

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Nach kurzer Einweisung…

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… ging es ab ins Boot.

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Und los auf den Pazifik!

Ich muss schon sagen: Ich habe noch nie in einem solchen Boot gesessen, aber die 1250 PS bekommt man schon zu spüren, was für eine Beschleunigung :D!

Nach ca. 15 min Fahrtzeit waren wir schon weit vom Hafen entfernt, die Berge der ‚Olympic Mountain Range‘ der USA kamen augenscheinlich immer näher.

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Blick auf die Olympic Mountains. Die USA sind nur einen Katzensprung entfernt.

Und auf einmal waren SIE da, eine ganze Orcaschule tauchte vor unseren Augen auf. Für die Kapitänin ganz unerwartet, kamen sie direkt auf uns zu! So etwas schönes habe ich auf dem Wasser wirklich noch nie erlebt.

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Ganz nah am Boot!

Einige Wale (biologisch gesehen, gehören sie eigentlich zur Familie der Delfine 😉 ) schwammen direkt unter dem Boot hindurch. Mein Glück – sowas zu sehen, konnte ich noch gar nicht fassen. Der Tourguide sagte dann auch, dass die Orcas noch nie so nah am Boot waren. Fantastisch!

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Auf Wiedersehen!

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Die Walbeobachtungsgruppe – überwältigt von diesem einzigartigen Anblick.

Als wenn das noch nicht genug gewesen wäre, ging es noch 3 weitere Stunden über das Meer. Unterwegs haben wir noch Weißstreifendelphine gesehen, die leider zu weit weg für mein Kameraobjektiv waren. Kurzzeitig warteten wir noch in der Nähe der US-Grenze, die wir auch kurzzeitig überquerten, um nach Buckelwalen Ausschau zu halten. Leider ließen diese sich heute nicht blicken, aber die Orcas toppten eh alles :D.

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Die Orcas sahen wir von Zeit zu Zeit wieder

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Weiteres Highlight: Weisskopfseeadler! Hier ein Jungvogel, der noch sehr „fleckiges“ Gefieder hat und der markante weisse Kopf fehlt.

Ganz in der Nähe des Felsens, wo der Jungadler saß, konnten wir auch einen pazifischen Seeotter beobachten, der gemütlich in den Algen umherschwomm.

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Seelöwen liegen gemütlich vor der Meeresforschungsstation.

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Eine Reihe anderer Walbeobachtungsschiffe waren unterwegs.

Alles in allem ein gelungener wildlife-reicher Tag!

Die erste Woche

Nun ist schon eine Woche in Kanada wie im Fluge vergangen mit einer Menge interessanter Erlebnisse.
Am 9. Mai um 1330 ging es los von Frankfurt über den großen Teich nach Vancouver.

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Angezeigte Route im Flugzeug

Die Route ging über Grönland und den nordwestlichen Teil Kanadas der Hudson Bay und Nunavut – leider zu bewölkt, um einen Blick von oben auf diese Region zu bekommen.

Jetzt hieß es erstmal auf das Gepäck warten und dann ab zur Einwanderungsbehörde! Dort warteten bereits eine Menge Leute auf ihre Einreiseerlaubnis und nach ca. 2 h Wartezeit hielt ich auch mein 1-Jahr-Visum in den Händen. Die kanadischen Behörden sind wirlich so entspannt, wie man es vom Hören-Sagen kennt, nicht auszudenken, wie es da bei den US-Behörden abläuft ;-).

Vom Vancouver Flughafen ging es dann mit dem Sky-Train in die Innenstadt. Der Sky-Train ist ein vollautomatisch fahrender Zug, der als S- und U-Bahn ganz Vancouver verbindet.

Ist schon ein bisschen komisch eine Bahn vorfahren zu sehen, wo keine Fahrerkabine vorhanden ist. Dafür wird man mit einem fantastischem Panoramafenster belohnt. Leider war meine Kamera noch tief in der Tasche verstaut und mein Handy-Akku leer…

Endstation Vancouver City Centre.

Von dort wurde das Samesun Hostel schnell gefunden und eingecheckt. Nachdem alle Sachen im neuen Zimmer verstaut waren, ging es bereits wieder los die nähere Umgebung zu erkunden. Das Hostel hat dafür eine optimale Lage mit einer sehr zentralen Lage in der Downtown von Vancouver.

Bis zum Pazifik sind es nur 15 Minuten Gehweg. Dort kam ich an der berühmten Steam Clock im modernen Viertel Gastown vorbei, die zur vollen Stunde eine Melodie im „Dampflockstil“ ertönen lässt. Angetrieben wird die Pfeife eines alten Schaufelraddampfers über Dampf aus dem Heizungssystem. Die Vancouver City Library konnte ich auf dem Rückweg zum Hostel bestaunen.

20.00 Uhr Kanadischer Zeit ging es dann auch schon ins Bett und Jetlag sei Dank war ich bereits 2 Uhr morgens wieder wach. Im leichten Dämmerungsschlaf rettete ich mich bis zum Beginn des Frühstücksbuffet ab 07.00 Uhr.

Nach dem Frühstück stand der erste Behördengang auf dem Programm – eine kanadische Sozialversicherungsnummer zu bekommen. Die braucht man, um in Kanada arbeiten zu können. Da ich durch den frühen Start pünktlich zur Öffnung der Behörde gehen konnte und auch noch keine wartenden Personen anzutreffen waren, erhielt ich die SIN-Nummer bereits nach 10 Minuten.

Nun blieb viel Zeit die Natur in der Stadt aufzusuchen. Die findet man in Vancouver recht schnell im Stanley Park, der mit 404 Hektar genau so groß ist, wie die Innenstadt.

Gleich zu Beginn des Stanley Parks sind Totempfähle der einst hier lebenden Indianerstämme (z.B. Haida) mit herrlicher Schnitzkunst zu bestaunen.

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Weiter geht es in einen schönen Wald aus Oregon-Ahorn, Douglasien, Riesen-Lebensbaum und westlicher Hemlocktanne, die zum Teil über 50 m hoch sind! Der Wald wurde seit dem Jahr 1860 nicht mehr planmäßig bewirtschaftet und so hat man schon das Gefühl in einem echten kanadischem Urwald zu sein.

Ansonsten bietet der Park auch einen grandiosen Ausblick, auf Vancouver.

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Weiter ging es nach Chinatown, wo ich den Dr. Sun Yat-Sen Park besuchte – der erste klassische chinesische Garten, der außerhalb von China gebaut wurde. Alle Materialen, die verbaut worden sind, wurden dafür extra aus China geliefert und von chinesischen Gartenmeistern errichtet.

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Eingangstor Chinatown

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Dr. Sun Yat-Sen

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Der dritte Tag in Vancouver startete mit viel Regen. Heute hatte ich mit den Hostelleuten vor, den Quarry Rock Hike in Nord-Vancouver zu begehen. Es regnete aus allen Wolken, aber nur so kann der Regenwald gedeihen, den wir über Felsweg und Treppen entlang wanderten. Ein stattlicher Wald, der sich zumeist aus riesigen Douglasien-/Hemlocktannenbeständen zusammensetzt.

Zum Aufwärmen ging es mit dem Bus in die nahe gelegene Brauerei und dann zurück ins Hostel.

In den weiteren drei Tagen wurde Vancouver weiter erkundet. Hier einige Eindrücke:

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Eichhörnchensnack aus der Mülltonne

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Kreuzfahrtschiff am Canada Place, Hafen Vancouver

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So ein Reisemobil bräuchte man 😛

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Hier wird man sicher über den Zebrastreifen gebracht!

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Platz besetzt.

Tag 8 – University of British Columbia

Hier ging es zunächst ins Anthropologie-Museum mit einer herausragenden Sammlung an Artefakten der kanadischen Indianerkultur und Ureinwohner aus aller Welt.

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Museum of Anthropology, UBC Vancouver

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reich verzierte Dachtragebalken aus Thujaholz

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Umfangreiche Sammlung aller Art von Masken, die zu speziellen Festlichkeiten getragen wurden.

Fünfeinhalb Stunden im Museum reichten bei weitem nicht aus um alle Exponate anzuschauen. Es werden hier weit über 40.000 Einzelstücke gezeigt!

in den Ausstellungsräumen gibt es unzählige Schubladen, wo man weitere Skulpturen, Bilder, Werkzeuge etc. betrachten kann, wie die unteren Bilder zeigen.

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moderne indianische Kunst.

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In den Außenanlagen wurden die typischen kanadischen Indianerhäuser („Longhouses“) nachgebaut mit restaurierten originalen Hausstehlen

Dieser Besuch hat sich definitiv gelohnt!

Das Museum befindet sich direkt auf dem Campus der Universität. Dieser ist so groß, das er gar als eigener Stadteil gilt und ein eigenes Krankenhaus und Kraftwerk für die Universität bereithält.

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Als Forstwissenschaftler musste ich natürlich das Forest Science Center besuchen!

Am nächsten Tag ging es dann mit der Fähre von Tsawwassen Fährhafen nach Victoria auf Vancouver Island entlang vieler kleiner schöner Inseln.

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Abfahrt von Tsawwassen Fährhafen.

Vorbei an kanadischen Blockhäusern…

Ankunft Swartz Bay, Vancouver Island. Dann ging es mit dem Bus nach Victoria, der Hauptstadt British Columbias.

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Swartz Bay, Vancouver Island.

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Regierungsgebäude der Hauptstadt British Columbias, Victoria.